A World of Daughters

 

 

Die Musikszene Norwegens bringt seit Jahrzehnten neue Ansätze hervor, die sich einer stilistischen Einordnung zwischen Klassik und Jazz, komponierter und improvisierter Musik wohltuend entziehen. Eine der zentralen Musikerpersönlichkeiten, die seit den 1970er Jahren für diese Entwicklung stehen, ist der Pianist und Komponist Jon Balke. Vom improvisierten Solorecital über die Zusammenarbeit mit eigenen Formationen wie dem Jazzquintett ›Masqualero‹ und der legendären Big Band ›Magnetic North Orchestra‹ bis hin zu Schauspielmusiken hat Balke ein umfassendes Werk hervorgebracht. Allein sein auf ECM veröffentlichtes Oeuvre umfasst inzwischen rund 20 Aufnahmen.

 

Die Versicherungskammer Kulturstiftung und das Münchener Kammerorchester widmen Jon Balke im Rahmen ihrer langfristigen Kooperation und anlässlich der Frankfurter Buchmesse, deren Gastland in diesem Jahr Norwegen ist, einen Konzertabend. Dritter im Bunde ist dabei das wunderbare Gesangsensemble Trondheim Voices. Im Mittelpunkt des Konzertabends steht die Uraufführung des Werkes ›A World of Daughters‹ nach einem Gedicht von Yusef Komunyakaa, das Jon Balke für die beiden Ensembles geschrieben hat.

 

Tickets gibt es ab 12.9.2019 um 18 Uhr HIER

 

Das MKO – namentlich Chefdirigent Clemens Schuldt, Orchestervorstand Nancy Sullivan und Geschäftsführer Florian Ganslmeier – gehört zu den Erstunterzeichnern der Bayerischen Erklärung der Vielen. Gemeinsam mit vielen anderen Kulturschaffenden stehen wir für die Freiheit der Kunst, eine vielfältige Gesellschaft und eine Solidargemeinschaft gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.

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DIE SAISON 2019/20:

›WÄRME‹

 

›Wärme‹ ist das Motto der Saison 2019/20 des Münchener Kammerorchesters. Kaum ein Begriff eröffnet einen derart weiten und ambivalenten Assoziationsraum, der von der Musik eine Brücke in gesellschaftliche Fragen schlägt. Da gibt es zunächst die ›Wärme‹ in der Musik, als Charakteristikum eines Klangbilds, das oft oberflächlich mit der Romantik verbunden wird. Zentrale Aspekte – gerade für ein Streichorchester wie das MKO – sind dabei der ›warme‹ Streicherklang, die romantische Wärme bis hin zur Verklärung des Fin de Siècle, die südländische Wärme, die ›Reibungs‹-Wärme in der Neuen Musik und der heftig umstrittene Wärmebegriff der Nachkriegszeit. Gerade Arnold Schönberg, dessen Verklärte Nacht noch als Inbegriff des spätromantischen ›warmen Streichertons‹ gelten kann, leitet eine neue Entwicklung ein. Der europäischen Avantgarde nach 1945 erscheint die klangliche ›Wärme‹ zunehmend verdächtig, wenn nicht reaktionär, ebenso wie die energetische Wärme des Jazz oder die erotische Aufladung des Rock’n‘Roll; ersetzt wird sie durch eine auf Reibung beruhende Erhitzung in der seriellen oder in der mikrotonalen Musik. Seit Mitte der 1980er Jahre weitet sich dieser Horizont wieder, auch durch das zunehmende Interesse an musikalischen ›Grenzländern‹ und ihren traditionellen Wurzeln, etwa in Skandinavien oder dem Baltikum.

DIE FÖRDERER DES MKO

Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Hauptsponsor des Münchener Kammerorchesters

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